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ADHS und Wassertherapie – therapeutische Perspektiven in der Neuropädiatrie

  • inkadiet
  • 4. Apr.
  • 1 Min. Lesezeit

Kinder mit ADHS werden häufig vor allem über ihre Bewegungsaktivität beschrieben. In der neuropädiatrischen Praxis zeigt sich jedoch, dass hinter dieser Aktivität ein komplexes Zusammenspiel von Aufmerksamkeit, sensorischer Verarbeitung und Regulation des Aktivierungsniveaus steht.


Viele Kinder mit ADHS haben Schwierigkeiten, ihr Aktivierungsniveau zu modulieren. Reize aus der Umgebung werden schnell aufgenommen, Aufmerksamkeit wechselt häufig und Bewegungen erscheinen impulsiv oder wenig reguliert.


Therapeutisch stellt sich daher nicht nur die Frage, wie Aktivität reduziert werden kann, sondern wie Bewegung so gestaltet werden kann, dass sie Regulation unterstützt.


Wassertherapie kann hierfür einen besonderen therapeutischen Rahmen bieten.


Die physikalischen Eigenschaften des Wassers verändern die sensorischen und biomechanischen Bedingungen für Bewegung deutlich. Der hydrostatische Druck wirkt als gleichmäßiger propriozeptiver Reiz auf den Körper und kann die Körperwahrnehmung unterstützen.


Der Auftrieb reduziert gleichzeitig die Wirkung der Schwerkraft und erleichtert Bewegungsinitiation sowie Bewegungsumfang.


Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Viskosität des Wassers. Jede Bewegung erfolgt gegen einen gleichmäßigen Widerstand. Dadurch werden Bewegungen automatisch verlangsamt und können differenzierter wahrgenommen und koordiniert werden.


Diese Bedingungen unterstützen häufig eine verbesserte Bewegungsorganisation sowie die Entwicklung posturaler Kontrolle und Gleichgewichtsreaktionen.


Auch die Atmung spielt im Wasser eine wichtige Rolle. Durch ruhige Atemführung und insbesondere durch verlängertes Ausatmen kann das Aktivierungsniveau des Nervensystems beeinflusst werden.


In der therapeutischen Praxis zeigt sich häufig, dass Kinder dadurch beginnen, ihre Körperspannung besser zu regulieren, Bewegungen koordinierter auszuführen und ihre Aufmerksamkeit länger aufrechtzuerhalten.


Diese Prozesse entstehen nicht sofort, sondern entwickeln sich über wiederholte Erfahrungen.


Wassertherapie kann somit einen Rahmen schaffen, in dem Bewegung, Wahrnehmung und Regulation gleichzeitig angesprochen und weiterentwickelt werden.


Welche Erfahrungen machen Kolleg mit Wassertherapie in der Arbeit mit Kindern mit ADHS?



 
 
 

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Inka Dietrich

Physiotherapeutin & Aquatherapeutin
ILP - Coach
Psychologische Beratung ILP & Systemische Beratung

Inka Dietrich

92706 Luhe- Wildenau, Bayern, Deutschland, Marktplatz 14

Fon: 09607 / 9226599

 Handy: +4915750175883

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