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Wassertherapie in der Neuropädiatrie

  • inkadiet
  • 17. Aug.
  • 1 Min. Lesezeit

Posturale Kontrolle im Wasser – wenn Haltung ständig in Bewegung ist



Posturale Kontrolle ist weit mehr als das Halten einer stabilen Körperposition.


Sie beschreibt die Fähigkeit des zentralen Nervensystems, Körperorientierung und Gleichgewicht unter wechselnden Bedingungen fortlaufend zu organisieren und anzupassen. Dafür werden vestibuläre, propriozeptive und somatosensorische Informationen integriert und mit motorischen Antworten verknüpft.


Gerade in der Neuropädiatrie ist diese Fähigkeit eine wesentliche Voraussetzung für zielgerichtete Bewegung und funktionelle Aktivität.


Im Wasser verändern sich die biomechanischen und sensorischen Bedingungen grundlegend.


Auftrieb reduziert die gravitationsbedingte Belastung, während hydrostatischer Druck, Viskosität und Wasserwiderstand kontinuierliche sensorische Informationen vermitteln. Gleichzeitig führen Lageveränderungen, Strömungen und Turbulenzen zu fortlaufenden Veränderungen der auf den Körper einwirkenden Kräfte.


Das posturale System muss darauf reagieren.


Dabei geht es nicht allein um Gleichgewicht im klassischen Sinne. Kopf- und Rumpfkontrolle, posturale Orientierung sowie antizipatorische und reaktive Anpassungen sind Bestandteile dieses komplexen Regulationsprozesses.


Für die therapeutische Arbeit bietet das Wasser dadurch eine Besonderheit:


Die Anforderungen an posturale Kontrolle können sehr differenziert dosiert werden.


Eine Veränderung der Unterstützungsfläche, der Körperposition, der Bewegungsgeschwindigkeit oder der Turbulenz verändert unmittelbar die motorische Anforderung. Der Therapeut kann Unterstützung gezielt reduzieren oder externe Störungen einsetzen und beobachten, wie das Kind darauf reagiert.


Entscheidend ist dabei nicht, eine vermeintlich „korrekte“ Haltung vorzugeben.


Entscheidend ist, Bedingungen zu schaffen, unter denen das Kind selbst posturale Strategien entwickeln, anpassen und differenzieren kann.


Gerade bei Kindern mit neurologischen Beeinträchtigungen eröffnet das Wasser damit einen besonderen therapeutischen Zugang zu Kopf- und Rumpfkontrolle, Gleichgewichtsreaktionen und Bewegungssteuerung.


Posturale Kontrolle bedeutet nicht Bewegungslosigkeit.


Sie ist die Fähigkeit, Stabilität innerhalb von Bewegung immer wieder neu zu organisieren.




 
 
 

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Inka Dietrich

Physiotherapeutin & Aquatherapeutin
ILP - Coach
Psychologische Beratung ILP & Systemische Beratung

Inka Dietrich

92706 Luhe- Wildenau, Bayern, Deutschland, Marktplatz 14

Fon: 09607 / 9226599

 Handy: +4915750175883

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