ADHS und ASD in der Wassertherapie – unterschiedliche therapeutische Ausgangspunkte, gemeinsame Wirkungsprinzipien
- inkadiet
- 16. Juni
- 1 Min. Lesezeit
Eine Beobachtung aus der neuropädiatrischen Praxis beschäftigt mich immer
wieder:
Kinder mit ADHS und Kinder im Autismus-Spektrum (ASD) kommen oft mit sehr
unterschiedlichen Voraussetzungen in die Therapie –
und dennoch zeigen sich in der Wassertherapie teilweise ähnliche
Wirkungsprinzipien.
In den letzten Wochen habe ich verschiedene Aspekte der Wassertherapie bei
beiden Gruppen beschrieben – unter anderem Regulation, Atmung, motorische
Entwicklung, Gleichgewicht und Struktur.
Dabei wurde für mich noch einmal deutlich:
Kinder mit ADHS und Kinder im Autismus-Spektrum haben unterschiedliche
therapeutische Ausgangspunkte,
doch einige grundlegende Wirkungsprinzipien der Therapie überschneiden sich.
ADHS – therapeutischer Ausgangspunkt
Bei vielen Kindern mit ADHS steht ein erhöhtes Aktivierungsniveau im Vordergrund.
Bewegungen werden schnell initiiert, Aufmerksamkeit wechselt häufig und
Regulation fällt vielen Kindern schwer.
In der Wassertherapie zeigt sich häufig:
• stabilere Aufmerksamkeit
• ruhigere Bewegungsorganisation
• bessere Regulation von Aktivität
ASD – therapeutischer Ausgangspunkt
Bei Kindern im Autismus-Spektrum zeigen sich dagegen häufig Besonderheiten in
der sensorischen Verarbeitung.
Viele Kinder benötigen klare Struktur, Vorhersehbarkeit und ausreichend Zeit, um
sich auf neue Situationen einzulassen.
In der therapeutischen Praxis beobachte ich häufig:
• zunehmende sensorische Sicherheit
• ruhigere Bewegungsorganisation
• Reduktion von stereotypen oder dysregulierten Verhaltensmustern
• schrittweise Entwicklung von Aufmerksamkeit und Interaktion
Gemeinsame therapeutische Wirkungsprinzipien
Trotz dieser unterschiedlichen Ausgangspunkte zeigen sich in der Wassertherapie
auch gemeinsame Grundlagen:
• Struktur und Vorhersehbarkeit
• ausreichend Zeit für Anpassung
• wiederholte Bewegungserfahrungen
• Unterstützung von Regulation und Körperwahrnehmung
Therapie bedeutet dabei nicht, Entwicklung zu erzwingen –
sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen sie entstehen kann.
Mich interessiert:
Welche Erfahrungen machen Kollegen mit Wassertherapie bei ADHS und ASD?
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